Pflegesoftware
Das Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege des GKV-Spitzenverbandes unterstützt Pflegeeinrichtungen und -dienste durch gezielte, praxisnahe Informationen zur Digitalisierung, wie z. B. zur elektronischen Patientenakte (ePA) oder sprachgestützter Pflegedokumentation. Es bietet Beratungsangebote, Vernetzung und Ressourcen, um die Digitalisierung in der Langzeitpflege optimal zu nutzen. Interessierte können sich über einen Newsletter auf dem Laufenden halten.
Industrie
Die nursIT Institute GmbH aus Berlin bietet mit seiner KI-gestützten Software careIT eine innovative Lösung zur Automatisierung und Vereinfachung der Pflege- und Behandlungsdokumentation in Krankenhäusern. Über das Selbstversorgungs-Meta-Pflegeassessment (SeMPA) werden Risiken und Maßnahmen abgeleitet, während die hohe Interoperabilität durch HL7 FHIR eine nahtlose Integration in bestehende Systeme ermöglicht. Zusätzlich fördert nursIT mit Tools wie bedIT und planIT die Teamarbeit, Patientensicherheit und Effizienz in der Pflege.
Die myneva Group bietet Pflegesoftwarelösungen. Mit Produkten wie myneva.care, myneva.connect und myneva.analytics optimiert sie Dokumentation, Kommunikation und datengestützte Entscheidungen. Die Software vereint Fachwissen und digitale Tools, um Abläufe zu vereinfachen und den Fokus auf die Versorgung der Menschen zu legen.
Die Sinfonie GmbH & Co. KG bietet eine flexible und umfassende Softwarelösung für soziale Einrichtungen wie Altenhilfe, Eingliederungshilfe sowie Kinder- und Jugendhilfe, die Prozesse wie Pflegeplanung, Dokumentation und Abrechnung optimiert. Mit über 25 Jahren Erfahrung entwickelt das Unternehmen individuell anpassbare digitale Tools, die sowohl stationär als auch mobil genutzt werden können, inklusive Apps und Spracherfassung.
Caretronic bietet mit NurseCare ein IP-Schwesternrufsystem, das Notrufe, Pflegeverwaltung und Dokumentation in einem Gerät bündelt. Die flexiblen, modularen Lösungen lassen sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren und fördern die Kommunikation zwischen Pflegekräften und Patienten. Ziel ist es, durch digitale Unterstützung die Pflegequalität zu erhöhen und gesetzliche Standards sicher zu erfüllen.
Die Standard Systeme GmbH bietet mit ihrer Software „caresystem ambulant“ eine maßgeschneiderte Lösung für ambulante Pflegedienste, die durch mobile Datenerfassung und transparente Kostenvoranschläge die Dokumentation und Kundenakquise erleichtert. Die flexible, modulare Software ermöglicht eine intuitive Bedienung, integriert wichtige Funktionen wie Pflegeplanung und Qualitätsmanagement und kann jederzeit an individuelle Anforderungen angepasst werden. Ziel ist es, Pflegekräften mehr Zeit für die Betreuung zu verschaffen und den administrativen Aufwand zu minimieren.
Die atacama blooms GmbH bietet mit „Nursing Knowledge Services“ (NKS) einen Wissensserver zur intelligenten Dokumentation und Entscheidungsunterstützung in der Krankenhauspflege sowie mit „Nursing Intelligence“ (NI) eine smarte Datenanalyse- und Beratungslösung für das Pflegemanagement. Mit „AVIDOC“ stellt sie einen digitalen Assistenten bereit, der Dokumente mittels KI automatisiert ausliest, strukturiert und Prozesse wie die Rechnungsverarbeitung optimiert. Diese Produkte nutzen Künstliche Intelligenz und Semantik, um Pflegeprozesse effizienter und einfacher zu gestalten.
Die MEDIFOX DAN GmbH mit Hauptsitz in Hildesheim ist ein führender Anbieter von Softwarelösungen für die Pflegebranche und unterstützt ambulante Dienste, stationäre Einrichtungen sowie therapeutische Praxen mit modularen, digitalen Tools zur Dokumentation, Planung und Verwaltung. Seit über 25 Jahren entwickelt das Unternehmen innovative Produkte wie MD Ambulant und MD Stationär, die Pflegekräfte entlasten und Prozesse effizienter gestalten. Als Teil der ResMed-Gruppe setzt MEDIFOX DAN auf Datensicherheit, Flexibilität und individuelle Kundenbetreuung, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzutreiben.
QualiPEP richtet sich an Pflegeeinrichtungen und zielt darauf ab, die Gesundheitskompetenz von Bewohnern und Beschäftigten zu fördern. Im Rahmen des Forschungsprojekts QualiPEP, das vom AOK-Bundesverband und dem Bundesministerium für Gesundheit zwischen 2017 und 2021 umgesetzt wurde, wurde ein digitaler Selbstbewertungsbogen entwickelt. Dieser Gesundheitskompetenz-Check hilft Einrichtungen, ihren aktuellen Stand zu bewerten und Potenziale zur Verbesserung zu erkennen. Ergänzend bietet die Seite Informationen und Handlungsempfehlungen, um Prävention, Gesundheitsförderung und betriebliche Gesundheitsmaßnahmen nachhaltig zu stärken. Ziel ist es, die Lebensqualität und Versorgung in der Pflege durch praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Ansätze zu steigern.
Ascom ist ein globales Unternehmen, das Kommunikations- und Koordinationslösungen für Langzeitpflege, Krankenhäuser und Unternehmen anbietet. Ascom entwickelt Systeme wie Bewohnerruf, Aktivitätsüberwachung und zielgerichtetes Alarmmanagement. Lösungen wie Myco Smartphones und cloudbasierte Dienste wie Staff Safety as a Service unterstützen Pflegekräfte und Bewohner:innen, etwa bei AnglicareSA in Australien oder Allium Healthcare in Singapur. Ascom kombiniert Software, Mobilgeräte und Services für maßgeschneiderte, skalierbare Pflege- und Sicherheitslösungen.
Forschung
Das Impulspapier „Die digitale Dividende in der Pflege“ von Julia Bringmann und Michaela Evans-Borchers thematisiert die Herausforderungen und Potenziale der Digitalisierung in der Pflege. Es beleuchtet, warum digitale und KI-basierte Anwendungen oft nicht die erhoffte Entlastung für Pflegekräfte bringen, und schlägt Lösungen vor. Das Papier fordert evidenzbasierte Nachweise für den Nutzen digitaler Technologien, verbesserte Finanzierung und Akzeptanzförderung durch erfahrbare Mehrwerte. Es definiert vier Handlungsfelder: Schließen von Evidenzlücken, Kommunikation wirksamer Anwendungen, Förderung bewährter Technologien und Vermeidung von Fehlwirkungen. Vorschläge umfassen Metaanalysen, regionale Wissenstransfer-Netzwerke, gezielte Förderprogramme wie ein Langzeitpflegezukunftsgesetz und die Stärkung der Mitbestimmung, um eine „digitale Dividende“ zu realisieren, die Pflegekräfte entlastet und die Versorgungsqualität sichert. (Bringmann und Evans-Borchers, o. J.)
Pflegerische Perspektive auf Digitalisierung
Die Studie „Swedish primary healthcare nurses’ perceptions of using digital eHealth services in support of patient self-management“ untersucht die Erfahrungen schwedischer Krankenschwestern in der Primärversorgung mit digitalen eHealth-Systemen zur Unterstützung der Selbstverwaltung von Patienten. Durch Fokusgruppeninterviews mit 20 Krankenschwestern wurden drei Hauptthemen identifiziert: Pflege inmitten digitalen Chaos, mangelnde Übersicht und Kontrolle im Arbeitsalltag sowie gemischte Gefühle gegenüber der Digitalisierung. Die Ergebnisse zeigen Bedenken hinsichtlich der Einführung digitaler Technologien und betonen die Notwendigkeit, die traditionelle Rolle der Pflege anzupassen, um personenzentrierte Versorgung und effektive Selbstverwaltung zu fördern. Weitere Forschung ist erforderlich, um eHealth-Systeme optimal an die Bedürfnisse von Pflegekräften und Patienten anzupassen. (Öberg u. a. 2018)
Digitale Pflegeanwendungen
Weiteres
Die Studie „Digital Community, Real Impact: A Qualitative Research about the Role of an Intra-Organizational Digital Community in Shaping Nurses’ Professional Identities and Practice“ von Etti Rosenberg und Stefan Cojocaru untersucht den Einfluss einer intra-organisatorischen digitalen Gemeinschaft auf Facebook auf die beruflichen Identitäten und Praktiken von Pflegekräften in einer großen israelischen Gesundheitsorganisation. Mittels eines qualitativen deskriptiven Ansatzes wurden semistrukturierte Interviews mit 20 Pflegekräften aus verschiedenen Fachbereichen und Regionen geführt. Die Ergebnisse zeigen ein starkes Zugehörigkeitsgefühl, emotionale Unterstützung und berufliche Entwicklung durch die Gemeinschaft, einschließlich gesteigerter Selbstwirksamkeit und Stolz auf den Beruf. Herausforderungen wie Informationsüberflutung und die Wahrung professioneller Distanz in einem öffentlichen digitalen Raum werden ebenfalls thematisiert. Die Autoren betonen die Notwendigkeit aktiven Managements negativer Effekte bei Nutzung solcher Netzwerke zur Förderung von Unterstützung und kontinuierlichem Lernen.
Die Digitale Residenz-Praxis ist ein Modellprojekt zur Sicherung der medizinischen Primärversorgung chronisch kranker und pflegebedürftiger Menschen im ländlichen Raum. Es kombiniert telemedizinische fachärztliche Diagnostik und Beratung mit selbstständig erbrachten heilkundlichen Tätigkeiten durch speziell qualifizierte, akademisierte Pflegeexpert:innen. Ziel ist die Verbesserung von Gesundheit und Lebensqualität der Patient:innen sowie die Reduzierung vermeidbarer Krankenhauseinweisungen. Das Projekt basiert auf enger interprofessioneller Zusammenarbeit zwischen Pflegefachkräften und Ärzt:innen und wird im Rahmen des § 64d SGB V als Modellvorhaben umgesetzt. Träger ist die HealthCare Futurists GmbH in Kooperation mit Partnern wie der Universitätsmedizin Halle und der AWO.
myo digitalisiert die Kommunikation in der Altenpflege. Die App ermöglicht Pflegeeinrichtungen, Angehörigen und externen Dienstleistern eine einfache, sichere und digitale Vernetzung. Sie umfasst Module für die Kommunikation (z. B. Teilen von Fotos, Videos, Dokumenten und Videotelefonie), Küchenmanagement (Menüplanung und Essensbestellungen) sowie die Abwicklung mit Dienstleistern wie Apotheken oder Wäschereien. myo zeichnet sich durch intuitive Bedienung, hohe Kompatibilität mit gängigen Geräten, Schnittstellen zu Partnern und strenge Datenschutzstandards aus. Über 350 Einrichtungen nutzen die Lösung bereits, um Transparenz zu schaffen, Arbeitsabläufe zu optimieren und das Vertrauen zwischen allen Beteiligten zu stärken.
Das Modellprogramm „Erprobung der Telepflege (Modellprogramm nach § 125a SGB XI)“ des GKV-Spitzenverbandes wurde auf Grundlage des Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetzes (DVPMG) von 2022 bis Ende 2025 durchgeführt. Es standen fünf Millionen Euro aus dem Ausgleichsfonds der Pflegeversicherung zur Verfügung. Ziel war die wissenschaftlich gestützte Erprobung und Evaluation telepflegerischer Anwendungen, vor allem videobasierter Kommunikation, um pflegebedürftige Menschen, Angehörige und Pflegekräfte zu entlasten sowie die Versorgungsqualität zu verbessern. Zwölf bundesweite Projekte wurden ausgewählt, von denen elf die 15-monatige Erprobung erfolgreich abschlossen. Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation erfolgte durch die Prognos AG in Zusammenarbeit mit der HeuRika GbR. Die Ergebnisse wurden am 27. November 2025 in einer Abschlussveranstaltung vorgestellt; der vollständige Abschlussbericht sollte voraussichtlich im ersten Quartal 2026 veröffentlicht werden.
Der Artikel „Competencies and tasks of nursing staff in home and outpatient primary care: a scoping review“ (auf Deutsch: „Kompetenzen und Aufgaben des Pflegepersonals in der ambulanten und gemeindenahen Primär- und Langzeitversorgung: ein Scoping-Review“) von Elisabeth Hahnel und Kolleg:innen erschienen am 26. Februar 2026 als Open-Access-Publikation in HeilberufeScience. Die Scoping-Review analysiert internationale Studien von 2012 bis 2023 zu Rollen, Aufgaben und Qualifikationsanforderungen von Pflegefachpersonen in der ambulanten Primärversorgung sowie gemeindenahen und häuslichen Pflege. Im Kontext der Digitalisierung werden technologische Innovationen wie Telecare als zunehmend relevant hervorgehoben, wenngleich ihre Nutzung in Deutschland noch begrenzt ist; sie unterstützen die Versorgungssicherheit und Effizienz. Unter den erfassten erweiterten Kompetenzen und Aufgabenbereichen nimmt „digital literacy“ mit 2,0 % einen geringen, aber vorhandenen Anteil ein. Die Arbeit betont insgesamt die Notwendigkeit erweiterter Rollen und Kompetenzen zur Optimierung pflegerischer Ressourcen angesichts steigenden Pflegebedarfs und Fachkräftemangels, wobei zukünftige Maßnahmen auch Investitionen in Aus- und Weiterbildung sowie den Abbau regulatorischer Hürden fordern, um Potenziale – einschließlich digitaler Unterstützung – voll auszuschöpfen.
Die Studie „Advancing Nursing Data Integration Through a Nursing Minimum Dataset for the Conceptual and Technical Development of a “Fall Prevention” Data Module: Development Study“ wurde am 17. März 2026 in der Zeitschrift Journal of Medical Internet Research (JMIR) veröffentlicht (doi:10.2196/82417). Sie beschreibt die konzeptionelle und technische Entwicklung eines Nursing Minimum Datasets (NMDS) mit Fokus auf den Anwendungsfall Sturzprävention in der Langzeitpflege (LTC). Basierend auf Literaturanalysen, Co-Design-Workshops mit Experten und einer quantitativen Befragung (n=158) wurde ein Modul erstellt, das Sturzrisikofaktoren, Interventionen und Outcomes umfasst. Die Inhalte wurden in den HL7 FHIR-Standard übersetzt, um die Datenstandardisierung und Interoperabilität zu verbessern. Ziel ist es, strukturierte Pflegedaten für Forschung und KI-basierte Analysen nutzbar zu machen, ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand in der Praxis zu erzeugen, und damit einen Beitrag zur Harmonisierung von Pflegedaten in Deutschland und international zu leisten.
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