Entwurf

Geriatrie

Forschung

Ambient Assisted Living (AAL)

Die Studie „Lessons Learned From the Integration of Ambient Assisted Living Technologies in Older Adults’ Care: Longitudinal Mixed Methods Study“ untersucht den Einsatz von Ambient Assisted Living (AAL)-Technologien bei älteren Menschen in Singapur. Die Forschungsarbeit zeigt, dass durch das System Ubismart insbesondere das psychische Wohlbefinden und die Teilnahme an Freizeit- und sozialen Aktivitäten der älteren Erwachsenen verbessert wurden. Die Technologie vermittelt ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, kann jedoch paradoxerweise bei einigen Nutzern zu einer Verringerung persönlicher sozialer Kontakte führen. Die nachhaltige Integration solcher Technologien erfordert daher eine Balance zwischen technologischer Unterstützung und der Förderung sozialer Bindungen. (Ntsweng u. a. 2025)

Die AAL Akademie ist eine Plattform für Weiterbildung, Forschung und Innovation in den Bereichen Ambient Assisted Living (AAL), E-Health und Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft. Sie vernetzt Expertinnen und Experten durch Forschungsallianzen, bietet praxisnahe Studiengänge und Zertifikatslehrgänge wie den AAL-Manager sowie spezialisierte Weiterbildungen etwa zur Robotik. Zudem organisiert die Akademie Fachveranstaltungen, Kongresse und Webinare, um aktuelle Entwicklungen sichtbar zu machen und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Praxis und Gesellschaft zu fördern.

Wearables & Demenz

Die Studie „Enhancing Enrollment and Adherence in Long-Term Wearable Research on Dementia: Qualitative Systematic Review and Meta-Synthesis“ untersuchte systematisch 58 Forschungsarbeiten, die sich mit dem Einsatz von Wearables bei Menschen mit Demenz und deren Pflegepersonen beschäftigten. Sie fasst die Erfahrungen verschiedener Studien hinsichtlich Barrieren, Wünschen und Faktoren zusammen, die für die Auswahl und das langfristige Tragen von Wearables entscheidend sind. Das Ziel war, zentrale Kriterien für die Gestaltung zukünftiger Forschungsprotokolle zu identifizieren, um eine bessere Einbindung und kontinuierliche Nutzung von Wearables in Langzeitstudien mit dieser Zielgruppe zu gewährleisten. (Peterson u. a. 2025)

Digitale Bildung für Angehörige von Demenzerkrankten

Die Studie mit dem Titel „Web-Based Education Program for Care Partners of People Living With Dementia (iGeriCare): Protocol for a Pilot Randomized Controlled Trial“ untersucht die Machbarkeit, Akzeptanz und Wirksamkeit eines webbasierten Bildungsprogramms für Angehörige von Menschen mit Demenz. Im Rahmen eines Pilot-RCT wurden Familienmitglieder und Freunde als Pflegepersonen in Kanada zufällig entweder einer Online-Lernplattform mit mehreren Demenz-Lerneinheiten oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Ziel ist es, festzustellen, ob die Intervention die Kenntnisse, das Selbstwirksamkeitsempfinden und die wahrgenommene Belastung der Pflegepersonen verbessern kann. Die Ergebnisse dieser Studie sollen helfen, digitale Bildungsangebote für Demenz-Pflegepersonen weiterzuentwickeln und die Planung einer größeren klinischen Studie unterstützen. (Levinson u. a. 2025)

Digitale Gesundheitskompetenz

Die Studie mit dem Titel „eSEARCH©: A Tool to Promote the eHealth Literacy Skills of Older Adults“ untersucht die Wirkung des eSEARCH-Tools, das ältere Erwachsene (ab 55 Jahren) dabei unterstützen soll, sich beim Suchen, Finden, Bewerten und Nutzen von Online-Gesundheitsinformationen sicherer zu fühlen. In einem experimentellen Design mit Vorher-Nachher-Messungen wurde geprüft, ob das Tool die wahrgenommene Kompetenz in eHealth-Fähigkeiten verbessert. Insgesamt nahmen 67 ältere Erwachsene an der Studie teil, wobei die Experimentalgruppe eine deutlich positivere Veränderung in ihren eHealth-Kompetenzen berichtete als die Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass eSEARCH vielversprechend ist, um das Vertrauen älterer Menschen in ihre Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Gesundheitsinformationen zu stärken. (Manafò und Wong 2013)

Die Studie mit dem Titel „Improving older adults’ e-health literacy through computer training using NIH online resources“ von Bo Xie untersucht die Wirksamkeit eines computerbasierten Trainingsprogramms zur Verbesserung der E-Health-Literacy älterer Erwachsener. Zwischen September 2007 und Juni 2009 wurden 218 Personen im Alter von 60 bis 89 Jahren an zwei öffentlichen Bibliotheken in Maryland geschult, wobei der Lehrplan Online-Ressourcen der National Institutes of Health (NIH), insbesondere NIHSeniorHealth.gov und MedlinePlus.gov, umfasste. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sowohl das Wissen über Computer und Internet als auch die Einstellung gegenüber Computern (niedrigere Angst, höhere Selbstwirksamkeit und Interesse) nach der Intervention signifikant verbessert wurden. Die meisten Teilnehmenden empfanden die Webseiten als benutzerfreundlich und konnten benötigte Gesundheitsinformationen auffinden; 78% gaben an, dass das Gelernte ihre Teilnahme an der eigenen Gesundheitsversorgung beeinflusst habe. Die Studie belegt die Effektivität und hohe Akzeptanz des Trainingsprogramms und hebt das Potenzial für eine Skalierung durch die Nutzung bestehender Bibliotheks- und NIH-Infrastrukturen hervor. (Xie 2012)

Die Studie „The digital divide: Internet and e-mail use by the elderly“ von Joan M. Kiel untersucht den Einsatz von Internet und E-Mail durch ältere Menschen, die die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe darstellen. Sie beleuchtet, wie der zunehmende Technologieeinsatz, insbesondere des Internets, älteren Menschen helfen kann, ihre Unabhängigkeit zu bewahren und Gesundheitskosten zu senken. Durch Umfragen zeigt die Studie, dass ältere Menschen lernen können, Computer zu nutzen, und Interesse daran haben, vernetzt zu bleiben und informiert zu werden. Weitere Langzeitstudien sind notwendig, um klinische Ergebnisse zu bewerten. (Kiel 2005)

Die Studie „Older adults talk technology: Technology usage and attitudes“ untersucht die Nutzung und Einstellungen älterer Erwachsener (n=113) gegenüber Technologien in den Bereichen Haushalt, Arbeit und Gesundheitswesen. Durch Fokusgruppen wurde ermittelt, dass ältere Menschen eine Vielzahl von Technologien nutzen, insbesondere im Haushalt, und positive Einstellungen überwiegen, da sie Vorteile wie Bequemlichkeit und Unterstützung schätzen. Negative Einstellungen beziehen sich auf Unannehmlichkeiten, Sicherheitsbedenken und unzuverlässige Funktionen. Die Ergebnisse widerlegen Stereotype über Technologieaversion älterer Menschen und betonen die Bedeutung wahrgengenommener Nutzen und Benutzerfreundlichkeit für die Technologieakzeptanz. (Mitzner u. a. 2010)

Die Studie „Who over 65 is online? Older adults’ dispositions toward information communication technology“ untersucht die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) durch ältere Erwachsene ab 65 Jahren in der Region New England. In einer Umfrage mit 198 Teilnehmern wurde festgestellt, dass die Mehrheit IKT für soziale Kontakte und Informationssuche nutzt. Personen im Alter von 65–70 Jahren mit höherer Bildung oder einem Ehepartner nutzen IKT häufiger. Positive Einstellungen, Zufriedenheit mit Aktivitäten und Unabhängigkeit fördern die IKT-Nutzung, während Nicht-Nutzer oft Angst und Unsicherheit gegenüber Technologie empfinden. Die Studie schlägt ein gemeinschaftsorientiertes Modell vor, um diese Faktoren in zukünftigen IKT-Schulungsprogrammen zu berücksichtigen. (Vroman u. a. 2015)

Persönliche elektronische Patientenakte

Die Studie mit dem Titel „Frequency of Electronic Personal Health Record Use in US Older Adults: Cross-Sectional Study of a National Survey“ untersucht, welche Faktoren die Nutzung elektronischer persönlicher Gesundheitsakten (ePHRs) bei US-amerikanischen älteren Erwachsenen beeinflussen. Dabei zeigt die Studie, dass insbesondere die Selbstwirksamkeit, das Interesse an Gesundheitsfragen, die Nutzen-Erwartung und die einfache Bedienbarkeit der ePHRs die Nutzungsfrequenz positiv beeinflussen. Entgegen früherer Annahmen verwenden ältere Erwachsene ePHRs häufiger, was vermutlich mit steigenden Gesundheitsbedürfnissen im Alter zusammenhängt. Die Daten beruhen auf einer nationalen Umfrage mit 532 Teilnehmern ab 65 Jahren aus dem Jahr 2019. Wichtig ist vor allem, dass das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Technologie zu nutzen, die Verbindung zwischen Alter und Häufigkeit der Nutzung wesentlich mitprägt. Dadurch empfiehlt die Studie gezielte Schulungen und benutzerfreundliche Gestaltung zur Steigerung der ePHR-Nutzung bei älteren Menschen. (Agrawal u. a. 2025)

Silver Surfer

Die Studie mit dem Titel „Who Actually Becomes a Silver Surfer? Prerequisites for Digital Inclusion“ von Tobias Olsson und Dino Viscovi untersucht, welche sozialen, wirtschaftlichen und individuellen Faktoren dazu führen, dass ältere Menschen zu sogenannten „Silver Surfern“ werden – also zu versierten und selbstbewussten Nutzer*innen digitaler Medien. Die Forschung basiert auf qualitativen Interviews mit Senioren und einer quantitativen nationalen Umfrage in Schweden. Die Ergebnisse zeigen, dass nur eine Minderheit älterer Menschen als Silver Surfer gelten kann, die meist jünger, wohlhabender, besser gebildet und technikaffiner sind und über ein hohes Selbstvertrauen in die Nutzung digitaler Medien verfügen. Wesentlich ist zudem eine längere Erfahrung mit digitaler Technologie, meist aus dem Berufsleben, sowie ein sozialer und materieller Hintergrund, der die Aneignung digitaler Medien erleichtert. Die Studie betont, dass digitale Teilhabe im Alter weit über den reinen Zugang zu Technik hinausgeht und sozial-kulturelle Faktoren berücksichtigt werden müssen. (Olsson und Viscovi 2020)

Telemedizin

Die Studie “Remote Patient Monitoring System for Polypathological Older Adults at High Risk for Hospitalization: Retrospective Cohort Study” zeigt, dass das EPOCA-Fernüberwachungssystem für ältere, mehrfach erkrankte Patienten durch die Behandlung durch Hausärzte die ungewollten Krankenhausaufenthalte, die Verweildauer im Krankenhaus und Notaufnahmebesuche deutlich reduziert. In einer retrospektiven Kohortenstudie mit 80 Patienten verringerten sich unvorhergesehene Krankenhausaufnahmen um 57%, Krankenhausaufenthaltsdauer um 49% und Notaufnahmebesuche um 62%. Besonders Betroffene mit hohem Risiko und starker Behinderung profitierten. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von RPM-Systemen, die Versorgung polypathologischer älterer Menschen zu verbessern und Krankenhausbelastungen zu verringern. (Testa u. a. 2025)

Robotik

Die Studie mit dem Titel „Acceptability and Usability of a Socially Assistive Robot Integrated With a Large Language Model for Enhanced Human-Robot Interaction in a Geriatric Care Institution: Mixed Methods Evaluation“ untersucht die Akzeptanz und Bedienbarkeit des sozial assistiven Roboters ARI, der mit einem großen Sprachmodell (LLM) ausgestattet ist, in einer geriatrischen Einrichtung in Paris. Über drei Erhebungswellen mit 97 Teilnehmenden – ältere Patienten und ihre informellen Betreuer – wurde eine signifikante Steigerung der Akzeptanz- und Usability-Werte festgestellt. Die Integration des LLM verbesserte dabei maßgeblich die Natürlichkeit, Kohärenz und Kontextsensitivität der Interaktionen, was zu positiverem Nutzerfeedback und zunehmender Zufriedenheit führte. Trotz mancher Herausforderungen zeigt die Studie das Potenzial solcher Technologien zur Unterstützung in der Altenpflege. (Blavette u. a. 2025)

Das Projekt „KlangDem – Transfer und Implementierung von technikgestützten Klanginterventionen in der Versorgung von Menschen mit Demenz“ ist ein laufendes Forschungsvorhaben am Institut Mensch, Technik und Teilhabe (IMTT) der Hochschule Furtwangen. Es läuft von September 2024 bis Februar 2026 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMFTR) im Rahmen des DATIpilot Innovationssprints gefördert. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung und praktische Implementierung einer interaktiven Klangauflage, die immersive Klangerlebnisse erzeugt, um das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz zu fördern und Erinnerungen anzuregen. In Kooperation mit der Evangelischen Altenhilfe St. Georgen sowie dem Fachbereich Musikdesign der HFU werden die Technologie verfeinert, Begleitmaterialien und Schulungskonzepte erstellt sowie Strategien erarbeitet, um die Klangintervention fest im Betreuungsalltag zu verankern. Das Ziel ist die Etablierung dieser Innovation als neuer Standard in der Demenzbetreuung zur Verbesserung der Lebensqualität Betroffener.

Die Studie mit dem Titel „Evaluating the Effectiveness of Digital Social Robots in Reducing Loneliness Among Community-Dwelling Older Adults in Japan: Randomized Controlled Trial and Qualitative Analysis“ wurde am 22. Oktober 2025 in der Zeitschrift JMIR Aging veröffentlicht. Sie untersucht in einer randomisierten kontrollierten Studie mit qualitativer Ergänzungsanalyse die Wirksamkeit eines vierwöchigen Einsatzes des humanoiden Kommunikationsroboters BOCCO emo bei einsamkeitsbelasteten, alleinlebenden japanischen Personen ab 65 Jahren in der Gemeinde (Tokyo und Umgebung). Von 73 randomisierten Teilnehmern (Durchschnittsalter 82,3 Jahre, überwiegend weiblich) zeigten die 34 in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant stärkere Abnahme der Einsamkeit (Differenz -3,1 Punkte auf der UCLA-Loneliness-Scale) sowie eine Verbesserung des psychischen Wohlbefindens. Qualitative Auswertungen ergaben vier Hauptkategorien: emotionale Unterstützung, Lebenshilfe, Bereicherung sozialer Interaktionen und kognitive Stimulation. Die Autoren schlussfolgern, dass soziale Roboter in nicht-westlichen Gesellschaften Einsamkeit bei alleinlebenden älteren Menschen reduzieren können.

ACB Calculator ist ein Online-Tool, das den anticholinergen Burden (ACB) von Medikamenten berechnet. Es summiert die anticholinergen Scores einzelner Arzneimittel – meist 0, 1 oder 2/3 – und zeigt den Gesamtwert an, wobei Werte ab 3 mit erhöhtem Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und Mortalität bei älteren Patienten assoziiert werden. Die Berechnung basiert auf einer Kombination der German Anticholinergic Burden Scale und der Anticholinergic Cognitive Burden Scale. Die Website acbcalc.com wird am 1. Mai 2026 geschlossen.

Smartphone-Based Field Assessment of Trunk Stability and Its Relationship With Whole-Body Balance in Older Adults: Cross-Sectional Study untersucht den Zusammenhang zwischen rumpfbezogener Stabilität und Gleichgewicht bei körperlich aktiven älteren Erwachsenen. Die Ergebnisse zeigen, dass smartphonebasierte Feldtests zur Messung der lumbopelvinen Stabilität mit der statischen Ganzkörperbalance zusammenhängen und eine praktikable, standardisierte Ergänzung zu klinischen Untersuchungen darstellen. Eine direkte Übertragbarkeit der Ergebnisse auf laborbasierte Messverfahren ist jedoch aufgrund geringer Übereinstimmung nicht möglich. :contentReferenceoaicite:0

„A Comprehensive Pharmacist Intervention to Reduce Morbidity in Patients 80 Years or Older“ untersucht in einer randomisierten kontrollierten Studie den Einfluss eines klinisch-pharmazeutischen Interventionsteams auf Krankenhausnutzung und Morbidität bei sehr alten Patient:innen. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Reduktion von Notaufnahmebesuchen sowie einen deutlichen Rückgang medikamentenassoziierter Rehospitalisierungen. Zusätzlich ergaben sich Hinweise auf potenzielle Kosteneinsparungen im stationären Bereich durch die Einbindung von klinischen Pharmazeut:innen in das Behandlungsteam.

Der Artikel „Evaluation of an AI-Based Clinical Decision Support System for Perioperative Care of Older Patients: Ethical Analysis of Focus Groups With Older Adults“ untersucht ethische Perspektiven älterer Erwachsener auf ein KI-gestütztes klinisches Entscheidungssystem in der perioperativen Versorgung. Im Fokus stehen Chancen, Risiken und Implementierungsherausforderungen im Krankenhauskontext.

„Development and usability testing of an integrated geriatric care model (SMART system) to promote integrated home-based geriatric care“ beschreibt die Entwicklung eines integrierten geriatrischen Versorgungssystems auf Basis eines wissensbasierten Clinical Decision Support Systems (CDSS). Das SMART-System kombiniert eine Care-Receiver-App, eine Provider-App und eine Cloud-Plattform zur Unterstützung individualisierter Versorgungsentscheidungen im häuslichen Setting. Die Studie zeigt eine grundsätzlich akzeptierte Usability bei älteren Nutzer:innen und verweist auf das Potenzial KI-gestützter, integrierter Versorgungsmodelle in der Geriatrie.

Der Titel „Development of clinical decision support for patients older than 65 years with fall-related TBI using artificial intelligence modeling“ beschreibt die Entwicklung eines KI-basierten Entscheidungsunterstützungssystems für ältere Patienten mit sturzbedingtem Schädel-Hirn-Trauma. Auf Basis von 11.977 Fällen aus dem National Trauma Data Bank wurde ein multinomialer Entscheidungsbaum trainiert, der die Entlassungsdisposition (Zuhause, Pflegeeinrichtung, Tod) vorhersagt. Die Studie zeigt moderate Vorhersagegüte und identifiziert sowohl klinische Schweregrade als auch Interventionen wie VTE-Prophylaxe als relevante Einflussfaktoren.

“Expectations and Requirements of Surgical Staff for an AI-Supported Clinical Decision Support System for Older Patients: Qualitative Study” Das Online-Buchkapitel fasst eine qualitative Studie zusammen, die Erwartungen und Anforderungen von chirurgischem Fachpersonal an ein KI-gestütztes Clinical Decision Support System (CDSS) für ältere Patientinnen und Patienten untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei organisatorische Herausforderungen in der geriatrischen Versorgung, gewünschte Funktionen eines AI-CDSS (insbesondere intuitive Bedienbarkeit und integrierte elektronische Patientenakten) sowie ethische Aspekte wie Autonomie, Vertrauen und die Verantwortung medizinischer Entscheidungen. Die Ergebnisse zeigen ein überwiegend positives Grundinteresse, jedoch mit klaren Anforderungen an Usability, Transparenz und die Wahrung der Arzt-Patient-Beziehung.

Clinical Decision Support Systems in Hospitalized Older Patients: An Exploratory Analysis in a Real-Life Clinical Setting beschreibt eine retrospektive Realwelt-Analyse eines klinischen Decision-Support-Systems bei hospitalisierten älteren Patient:innen. Untersucht wird insbesondere die Auflösung von Alerts, die Rolle pharmazeutischer Interventionen sowie der natürliche Verlauf nicht bearbeiteter Warnmeldungen. Die Ergebnisse zeigen sowohl einen messbaren Nutzen von Interventionen als auch eine hohe spontane Auflösungsrate vieler Alerts im klinischen Alltag.

„Improving Appropriate Prescribing For Geriatric Patients Using a Clinical Decision Support System“ untersucht den Nutzen eines Clinical Decision Support Systems (CDSS) zur Verbesserung der Verschreibungsqualität bei älteren, multimorbiden Patienten. Die Studie zeigt, dass sich die Angemessenheit der Medikation unter Standardversorgung bereits deutlich verbessert, während das CDSS nur einen zusätzlichen, vergleichsweise kleinen Effekt auf den Medication Appropriateness Index (MAI) erzielt. Rund ein Drittel der CDSS-Empfehlungen wurde als klinisch relevant bewertet und übernommen, insbesondere bei Arzneimittelinteraktionen.

„Use of an electronic decision support tool to reduce polypharmacy in elderly people with chronic diseases: cluster randomised controlled trial“ untersucht die Wirkung eines computergestützten Entscheidungshilfesystems zur Reduktion von Polypharmazie bei älteren multimorbiden Patientinnen und Patienten. In einer cluster-randomisierten Studie mit 3904 Teilnehmenden zeigte sich keine signifikante Reduktion von Krankenhausaufnahmen oder Mortalität im Intention-to-treat-Design, jedoch eine signifikante Verringerung der Anzahl verordneter Medikamente. Insgesamt deutet die Studie darauf hin, dass elektronische Entscheidungshilfen die Verordnungsqualität verbessern können, ohne nachweisbare Nachteile für patientenrelevante Endpunkte.

Der Artikel „District nurses’ use of a decision support and assessment tool to improve the quality and safety of medication use in older adults: a feasibility study“ untersucht den Einsatz eines klinischen Entscheidungsunterstützungssystems (CDSS) sowie eines Assessment-Tools (SMA) durch District Nurses bei älteren Patient:innen. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Prävalenz von Polypharmazie und potenziell medikationsbezogenen Risiken sowie eine systematische Identifikation von Problemlagen. Gleichzeitig wurden durch die Anwendung strukturierter Tools zahlreiche pflegerische Interventionen und Medikationsanpassungen angestoßen.

Der Inhalt „The effect of providing prescribing recommendations on appropriate prescribing: A cluster‐randomized controlled trial in older adults in a preoperative setting“ beschreibt eine cluster-randomisierte Studie in einer präoperativen geriatrischen Population. Die Ergebnisse zeigen, dass ein Clinical Decision Support System (STRIP Assistant) die Umsetzung von Empfehlungen zur Optimierung der Medikation signifikant verbessert und die Verordnungssicherheit erhöht, jedoch ohne nachweisbaren Effekt auf die 3-Monats-Mortalität.

“Development of the Tool to Reduce Inappropriate Medications (TRIM): A Clinical Decision Support System to Improve Medication Prescribing for Older Adults” beschreibt die Entwicklung eines klinischen Entscheidungsunterstützungssystems zur Erkennung potenziell unangemessener Medikationen und Medikationsregime bei älteren Menschen. TRIM kombiniert elektronische Gesundheitsdaten mit Patientenbefragungen und klinischen Algorithmen, um Risiken wie Polypharmazie, Übertherapie bei Diabetes oder Hypertonie sowie Medikationsfehler systematisch zu identifizieren. In der Validierung wurden bei 90 % der untersuchten Patienten potenzielle Probleme erkannt.

“Healthcare Provider Perspectives on Digital and Interprofessional Medication Management in Chronically Ill Older Adults of Turkish Descent in Germany: A Qualitative Structuring Content Analysis” untersucht die Sichtweisen deutscher Gesundheitsfachkräfte auf Medikationsmanagement, Polypharmazie und digitale Unterstützung bei älteren Menschen türkischer Herkunft mit chronischen Erkrankungen. Die Studie identifiziert Sprachbarrieren, geringe Gesundheitskompetenz, Zeitmangel, Generikawechsel sowie strukturelle Defizite in der interprofessionellen Zusammenarbeit als zentrale Herausforderungen. Digitale Anwendungen für Medikamentenerinnerungen, mehrsprachige Informationen und den sektorenübergreifenden Datenaustausch werden als vielversprechende Ansätze zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit bewertet.

“Effectiveness of pharmacist intervention for deprescribing potentially inappropriate medications: a prospective observational study” untersucht den Einfluss strukturierter pharmazeutischer Interventionen auf potenziell ungeeignete Medikamente (PIMs) bei älteren Krankenhauspatienten. Die Studie zeigt, dass die Kombination aus STOPP-v2-, STOPP-J-Kriterien und einem Deprescribing-Algorithmus zu einer erfolgreichen Korrektur von 91 % der vorgeschlagenen PIMs führte und die Anzahl der verordneten Medikamente signifikant reduzierte. Ein Einfluss auf die Wiederaufnahmeraten innerhalb von 30 oder 90 Tagen konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

„Frequency and Acceptance of Clinical Decision Support System-Generated STOPP/START Signals for Hospitalised Older Patients with Polypharmacy and Multimorbidity“ untersucht die Häufigkeit und Akzeptanz von CDSS-generierten STOPP/START-Signalen bei hospitalisierten älteren Patient:innen mit Polypharmazie und Multimorbidität. Die Studie zeigt, dass nahezu alle Patient:innen mindestens ein Signal erhielten, jedoch nur rund 39 % der Empfehlungen durch ein pharmakotherapeutisches Expertenteam akzeptiert wurden. Zudem erwiesen sich patientenbezogene Faktoren als schwache Prädiktoren für die Akzeptanz, während standortbezogene Unterschiede eine größere Rolle spielten.

Development, validation and evaluation of the Goal-directed Medication review Electronic Decision Support System (G-MEDSS)© beschreibt die Entwicklung und Validierung eines computerbasierten klinischen Entscheidungsunterstützungssystems zur leitlinien- und zielorientierten Medikationsüberprüfung bei älteren Menschen, einschließlich Personen mit Demenz. Die Ergebnisse zeigen eine verbesserte Nutzbarkeit und eine stärkere Unterstützung für personenzentrierte Deprescribing- und Medikationsentscheidungen im klinischen Alltag. Das System wurde in mehreren Phasen unter Einbezug von Klinikern, Apothekern und Pflegepersonen entwickelt und erreicht eine gute Usability, wobei es insbesondere die Reduktion potenziell problematischer Medikation unterstützt.

Die Studie „Rationale and design of OPtimising thERapy to prevent Avoidable hospital admissions in Multimorbid older people (OPERAM): a cluster randomised controlled trial“ untersucht die Wirksamkeit einer strukturierten Medikationsüberprüfung (STRIP/STRIPA) zur Reduktion medikamentenbedingter Hospitalisierungen bei multimorbiden älteren Patientinnen und Patienten. Es handelt sich um eine multizentrische, cluster-randomisierte kontrollierte Studie in europäischen Universitätskliniken. Primärer Endpunkt ist die Vermeidung drug-related hospital admissions (DRAs) im Vergleich zur Standardversorgung.

„Reduction of inappropriate medication in older populations by electronic decision support (the PRIMA-eDS project): a survey of general practitioners’ experiences“ untersucht die Erfahrungen von Hausärztinnen und Hausärzten mit einem elektronischen Entscheidungshilfesystem zur Reduktion potenziell ungeeigneter Polypharmazie bei älteren Patientinnen und Patienten. Die Studie zeigt insgesamt eine hohe wahrgenommene Nützlichkeit und Relevanz des Systems, identifiziert jedoch wesentliche Hürden bei der Umsetzung der Empfehlungen im klinischen Alltag, insbesondere durch Zeitaufwand und Versorgungsstrukturen.

Der Artikel „Physicians’ use of computerized clinical decision supports to improve medication management in the elderly – the Seniors Medication Alert and Review Technology intervention“ untersucht die Einführung eines elektronischen klinischen Entscheidungsunterstützungssystems (CDS) zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit bei älteren Patient:innen. Im Mittelpunkt steht die SMART-Intervention, die Beers-Kriterien und die Cockcroft–Gault-basierte Nierenfunktionsschätzung in ein elektronisches Patienteninformationssystem integriert. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Akzeptanz durch Ärzt:innen, eine moderate Alarmbelastung sowie einen potenziellen Nutzen für evidenzbasierte Medikationsentscheidungen und die Reduktion potenziell inadäquater Medikation.

Identifying Deprescribing Opportunities With Large Language Models in Older Adults: Retrospective Cohort Study untersucht den Einsatz eines GPT-4o-basierten Pipelinesystems zur Identifikation potenziell ungeeigneter Medikamente bei älteren Notaufnahmepatienten. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Leistungsfähigkeit bei der Filterung relevanter Deprescribing-Kriterien, aber deutliche Schwächen bei der anwendungsbezogenen klinischen Entscheidungsfindung. Besonders die Kalibrierung von Unsicherheiten und die Übertragung komplexer Leitlinien auf Einzelfälle bleiben zentrale Limitationen. Die Studie unterstreicht damit das Potenzial von Large Language Models als Unterstützung in der Medikationsprüfung, betont jedoch die Notwendigkeit klarer definierter Kriterien und menschlicher Überwachung in klinischen Entscheidungsprozessen.

Evaluating the role of clinical decision support systems in medication safety for older people: a systematic review untersucht in einer systematischen Übersichtsarbeit randomisierter kontrollierter Studien den Einfluss von Clinical Decision Support Systems (CDSS) auf die Medikationssicherheit bei älteren Menschen. Die Ergebnisse zeigen eine moderate Evidenz für die Reduktion potenziell inadäquater Medikation sowie eine Verbesserung der Deprescribing-Raten, während Effekte auf adverse drug events inkonsistent und eher gering ausfallen.

Exergaming Interventions for Preventing Falls and Injurious Falls in Older People: Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials untersucht die Wirksamkeit von Exergaming zur Sturzprävention bei Menschen ab 60 Jahren. Die Metaanalyse von neun randomisierten Studien mit 1.385 Teilnehmenden zeigt eine niedrigere Sturzrate und nach zwölf Monaten weniger Personen mit Stürzen gegenüber der üblichen Versorgung; die Evidenz für Verletzungsstürze, Adhärenz, Akzeptanz und Kosteneffektivität bleibt jedoch begrenzt und heterogen.

„Use of Wearable Technology for Measuring and Characterizing Sedentary Behavior in People With Mild Cognitive Impairment and Dementia: Systematic Review“ fasst den aktuellen Forschungsstand zum Einsatz tragbarer Sensoren zur Erfassung von Bewegungsmangel bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenz zusammen. Die Übersichtsarbeit zeigt, dass Menschen mit Demenz zwar nicht durchgängig mehr Sitzzeit aufweisen, jedoch ein charakteristisches Muster mit längeren und weniger häufigen Sitzphasen zeigen. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse erhebliche methodische Unterschiede zwischen den Studien und unterstreicht den Bedarf an standardisierten Messverfahren für zukünftige Forschung und klinische Anwendungen.

Die Studie „Use of Wearable Technology for Measuring and Characterizing Sedentary Behavior in People With Mild Cognitive Impairment and Dementia: Systematic Review“ untersucht den Einsatz tragbarer Technologien zur Messung von sitzendem Verhalten bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung und Demenz. Die systematische Übersichtsarbeit zeigt, dass Personen mit Demenz charakteristische Muster längerer, aber weniger häufiger Sitzphasen aufweisen, während Unterschiede in der gesamten Sitzdauer uneinheitlich bleiben. Zudem werden erhebliche methodische Unterschiede bei Geräten, Messverfahren und Auswertungsstandards identifiziert, was den Bedarf an einheitlichen Protokollen für zukünftige Forschung unterstreicht.

„Evaluation of a Gamification-Based Intervention to Enhance Intergenerational Communication: Pre-Post Mixed Methods Evaluation“ untersucht ein spielbasiertes Brettspiel zur Förderung des intergenerationalen Austauschs. Bei 68 ausgewerteten Teilnehmenden verbesserten sich Kommunikationszufriedenheit, Kommunikationskompetenz und Gesundheitskompetenz; besonders ältere Erwachsene profitierten. Die Ergebnisse sprechen für das Potenzial niedrigschwelliger, spielerischer Interventionen zur Förderung sozialer Interaktion und gesundheitsbezogener Selbstwirksamkeit.

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