Entwurf

Dermatologie

Einleitung

Digitale Hautanalyse-Tools unterscheiden sich in der Präzision der Analyse, der Benutzerfreundlichkeit, den unterstützten Plattformen (App vs. Web), der Kostenstruktur (kostenlos vs. kostenpflichtig) und der Spezialisierung auf bestimmte Hautprobleme oder -typen. Während einige Tools eher auf eine schnelle, allgemeine Hautanalyse abzielen, konzentrieren sich andere auf tiefgehende Untersuchungen, die von Dermatologen oder Hautpflegeexperten unterstützt werden.

hautnetz-deutschland.de ist ein Netzwerk für dermatologische Versorgung, das Patienten den Zugang zu spezialisierten Hautärzten und telemedizinischen Dienstleistungen in Deutschland erleichtert.

www.gemeinsam-gegen-hautkrebs.de informiert über Hautkrebsprävention, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten und fördert die Zusammenarbeit zwischen Patienten, Ärzten und Organisationen im Kampf gegen Hautkrebs.

Softwarelösungen

Übersicht Softwarelösungen Business-to-Business
Product Company URL
Skinive Skinive Holding BV skinive.com
intellimago zollsoft GmbH intellimago.de
Übersicht Softwarelösungen Direct-to-Consumer
Product Company URL
Nia Neurodermitis Nia Health GmbH nia-health.de
IQONIC.AI SkinTech Corp. GmbH iqonic.ai
SkinScreener App medaia GmbH skinscreener.com
derma2go derma2go AG derma2go.com
DermaValue DermaValue GmbH dermavalue.com
SkinTheory SkinTheory apps.apple.com/us/app/skintheory-skin-acne-routine
Miiskin Miiskin miiskin.com
SkinTheory (Android) SkinTheory com.skintheory.skintheory
MDacne MDacne mdacne.com
La Roche-Posay Effaclar SpotScan La Roche-Posay effaclar-spotscan
AI-Derm IAC Search and Media Europe, Ltd. ai-derm.com
CRUSE Control UCARE (Urticaria Centers of Reference and Excellence) cruse-control.com

Die ItchyMonsters-App unterstützt Kinder mit Neurodermitis spielerisch bei der täglichen Hautpflege. Durch Gamification und Augmented Reality motiviert die App Kinder dazu, regelmäßig einzucremen, während ein integriertes Hauttagebuch Eltern und Ärzt:innen hilft, den Therapieverlauf zu überwachen. Kostenlos und werbefrei bietet sie eine kindgerechte, stressfreie Lösung zur Verbesserung der Hautgesundheit.

Digitale Wissensplattformen

DermNetNZ ist eine internationale Dermatologie-Websplattform mit Millionen jährlichen Lesern und mehr als 2500 Hautthemen sowie 25.000 klinischen Bildern. Sie bietet umfassende, leicht verständliche und von Dermatologen überprüfte Informationen zu Hauterkrankungen, und Behandlungen, darunter Themen wie Akne, Psoriasis und Hautkrebs. Es gibt weitere Funktionen wie Haut-Checker, Videos, einem Ressourcenzentrum und DermNet PRO für Fachkräfte.

Die Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung e.V. (AGNES) ist der Dachverband für Neurodermitisschulungen in Deutschland. Die Webseite bietet umfassende Informationen zu Schulungsangeboten für Kinder, Jugendliche, Eltern und Erwachsene sowie eine Übersicht über Schulungszentren. Digitale Kommunikation ermöglicht den Zugang zu Wissen über Trainerausbildungen und Veranstaltungen wie die Jahrestagung. Für Mitglieder gibt es einen internen Bereich. Die Plattform fördert ortsunabhängige Vernetzung und informierten Austausch zur Verbesserung der Versorgung Betroffener.

Forschung

Übersicht Forschungsprojekte
Product Company URL
AcneDet on Roboflow AcneDet roboflow.com/acnedet/acnedet-v1
Derm.AI Fraunhofer AICOS dermai.projects.fraunhofer.pt
KIADEKU KIADEKU GmbH interaktive-technologien.de/projekte/kiadeku

Aisencia ist ein Start-up aus Bremen, das sich auf KI-gestützte Lösungen für die Dermatopathologie spezialisiert hat. Mit der Software Vistaneos optimiert das Unternehmen den Workflow in Laboren, indem es ein Bildverwaltungssystem mit künstlicher Intelligenz kombiniert, um präzise und schnelle Diagnosen von Hautkrankheiten wie Basalzellkarzinom oder Melanom zu ermöglichen. Aisencia hat Auszeichnungen erhalten, darunter den 2. Platz beim EXIST Start-up Award 2024 und den 1. Platz beim CAMPUSiDEEN-Wettbewerb 2023.

SkinDoc: Erklärbare KI für die Teledermatologie ist eine vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelte Smartphone-Anwendung. Sie unterstützt die teledermatologische Bewertung von Hautläsionen durch erklärbare KI-Methoden und zielt auf eine transparente Früherkennung von Hautkrebs ab. Die Lösung umfasst Bildqualitätsprüfung, Mustererkennung, Heatmap-Generierung, Symmetrieanalyse sowie Segmentierung und stellt Diagnosevorschläge mit nachvollziehbaren Erklärungen bereit. Seit dem 28. Januar 2025 ist ein Demonstrator im KI-Innovations- & Qualitätszentrum (IQZ-Berlin) im Deutschen Technikmuseum öffentlich zugänglich.

Die Studie „Acceptance and perceived usefulness of digital health services in the management of chronic urticaria: a survey of patients and physicians“ untersuchte die Akzeptanz, den wahrgenommenen Nutzen und bestehende Hürden digitaler Gesundheitsangebote bei Patienten mit chronischer Urtikaria und ihren behandelnden Ärzten. Mittels einer Befragung von 121 Patienten und 101 Ärzten in Deutschland zeigte sich, dass insbesondere die Ärzte digitale Gesundheitsdienste als hilfreich bewerten, während Patienten häufiger Unsicherheiten und Informationsdefizite äußern. Haupthindernisse für die Nutzung waren Bedenken hinsichtlich Datenschutz, technische Infrastruktur sowie mangelndes Wissen über digitale Angebote. Die Ergebnisse verdeutlichen den Bedarf an gezielten Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Gesundheitskompetenz und zur Schaffung sicherer und transparenter Rahmenbedingungen für den Einsatz digitaler Technologien in der Versorgung von Urtikaria-Patienten. (Hindelang u. a. 2025)

Der Artikel „Benefits and Limitations of Teledermatology in German Correctional Facilities: Cross-Sectional Analysis“ untersucht den Einsatz von Teledermatologie in deutschen Justizvollzugsanstalten. Die Studie zeigt, dass durch teledermatologische Konsultationen in über 93% der Fälle der Transport der Gefangenen zu Fachärzten vermieden werden konnte, was Zeit, Kosten und Sicherheitsrisiken reduziert. Trotz der Vorteile bestehen weiterhin Herausforderungen, insbesondere die Qualität der digitalen Bilder und die Notwendigkeit von Vor-Ort-Untersuchungen bei tumorverdächtigen Hautveränderungen. Zudem fördert das telemedizinische Vorgehen den Wissenstransfer und die Schulung des Gefängnispersonals. Insgesamt bietet Teledermatologie eine effektive und ressourcenschonende Möglichkeit, die dermatologische Versorgung in Haftanstalten zu verbessern, ersetzt jedoch nicht in allen Fällen die persönliche Untersuchung. (Stephan u. a. 2025)

Der Artikel „3D Total Body Photography as a Promising Innovation for Early Skin Cancer Detection: Scoping Review“ wurde am 17. Dezember 2025 in der Zeitschrift JMIR Dermatology (Volume 8) veröffentlicht. Die Autoren führen eine Literaturübersicht zu elf Studien durch, die den Einsatz des VECTRA WB360-Systems zur 3D-Ganzkörperphotographie in Forschung und Klinik untersuchen. Das System ermöglicht eine objektive Dokumentation und Vergleich der gesamten Hautoberfläche sowie eine automatisierte Läsionsdetektion. Die Review zeigt, dass die Bildqualität eine On-Screen-Diagnose bestimmter Hautkrebsarten erlaubt und die integrierte Software hohe Genauigkeit bei der Erkennung und Zählung von Naevi erreicht, insbesondere mit KI-Unterstützung. Dennoch bleibt die Spezifität der Software geringer als die von Dermatologen, sodass unnötige Exzisionen drohen und das System die klinische Expertise vorerst nicht ersetzen kann. Weitere Studien mit größeren Stichproben und Vergleichen zum Standard of Care sind erforderlich.

Der Artikel „Artificial Intelligence–Enabled Wearable Devices and Nocturnal Scratching in Mild Atopic Dermatitis“ wurde in JAMA Dermatology (Band 161, Nummer 4) veröffentlicht. In einer einarmigen Kohortenstudie mit 10 erwachsenen Patienten mit milder atopischer Dermatitis, die moderate bis schwere nächtliche Kratzaktivität angaben, wurde ein KI-gestütztes tragbares Gerät mit haptischem Feedback getestet. Nach einer einwöchigen Baseline-Phase ohne Feedback folgte eine weitere Woche mit aktiviertem haptischem Feedback bei erkannter Kratzbewegung. Die Auswertung zeigte eine signifikante Reduktion der nächtlichen Kratzereignisse um 28 % und der Kratzdauer pro Schlafstunde um 50 %, ohne Veränderung der Gesamtschlafdauer. Die Studie schließt, dass haptisches Feedback eine sichere, nicht-pharmakologische Intervention zur Verringerung nächtlichen Kratzens bei milder atopischer Dermatitis darstellen könnte.

Der Artikel „AI and Digital Tools in Dermatology: Addressing Access and Misinformation“ erschien am 20. Februar 2026 in der Zeitschrift JMIR Dermatology (Band 9, e79044, DOI: 10.2196/79044). Er ist eine konzeptionelle und narrative Übersichtsarbeit mehrerer internationaler Experten, die die Chancen und Risiken digitaler Technologien in der Dermatologie beleuchtet. Im Fokus stehen die Verbesserung des Zugangs zu dermatologischer Versorgung durch Teledermatologie, KI und mobile Apps, die Sicherstellung fairer KI-Modelle mittels diverser und repräsentativer Datensätze sowie die Bekämpfung von Fehlinformationen zu Hauterkrankungen. Der Text betont globale Ungleichheiten in der Hautgesundheit, warnt vor der Verstärkung von Disparitäten durch Bias oder ungleichen Digitalzugang und schlägt evidenzbasierte, expertenüberwachte Tools (wie einen konzipierten Chatbot) vor. Abschließend wird das Konzept der „radical dermatology“ eingeführt, das Dermatologen und Stakeholder zu einer aktiven, kollaborativen Gestaltung der digitalen Transformation aufruft, um klinische Relevanz und ethische Standards zu wahren.

Der Artikel „Should Dermatologists Recommend Direct-to-Consumer App-Based Remote Diagnostics? An Ethical Analysis“ von Sonja Mathes und Kollegen, erschienen am 1. Februar 2026 in JEADV Clinical Practice als Open-Access-Originalarbeit, führt eine strukturierte ethische Analyse zu Apps für direkte Verbraucher-Diagnostik (DTC) in der Dermatologie durch. Unter Anwendung der fünf Prinzipien Autonomie, Benefizienz, Non-Malefizienz, Gerechtigkeit und Erklärbarkeit wird untersucht, ob Dermatologen solche Apps empfehlen sollten. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine Empfehlung in streng ausgewählten, regulierten Fällen vertretbar ist – etwa bei Hautkrebsdetektion mit leistungsstarken AI-Modellen –, sofern regulatorische Zulassungen, Datenschutzstandards, Transparenz und fortlaufende Überwachung gewährleistet sind, um Bias zu minimieren und die Versorgungsqualität nicht zu gefährden. Sie plädieren für ein Blended-Care-Modell: Apps eignen sich vor allem für Monitoring und Follow-up, während Erstdiagnosen unter ärztlicher Aufsicht bleiben; Human-in-the-Loop-Systeme werden als ethisch tragfähiger Weg in unsicheren Fällen hervorgehoben. Dermatologen sollen Patienten stets über Grenzen und Risiken aufklären, um das Vertrauen in die Arzt-Patient-Beziehung und das Gesundheitssystem zu wahren.

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