Stationäre Versorgung
Die Deutsche Krankenhaus TrustCenter und Informationsverarbeitung GmbH (DKTIG) mit Sitz in Leipzig ist ein Partner der Krankenhäuser für Datensicherheit, Datenkommunikation und Dateninformation, getragen von den 16 Landeskrankenhausgesellschaften und der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Seit ihrer Gründung 1996 stellt sie Zertifikate für den sicheren Datenaustausch gemäß § 301 SGB V bereit und unterstützt den Zugang zur Telematikinfrastruktur. Zusätzlich betreibt die DKTIG das Deutsche Krankenhaus Verzeichnis und bietet Lösungen wie Software für Nachhaltigkeitsberichte an.
Das deutsche SCIPHOX-Projekt sollte die Kommunikation zwischen Krankenhausinformationssystemen und Arztpraxen mittels XML standardisieren, insbesondere für Entlassungs- und Überweisungsbriefe. Dafür wurde die Clinical Document Architecture (CDA) von HL7 als Grundlage gewählt, angepasst an nationale Anforderungen wie Versicherungsdaten, um die Lücke zwischen den bisherigen Protokollen HL7 und „*DT“ zu schließen. Das Projekt, gestartet im Jahr 2000, übersetzte und erweiterte den CDA-Standard, um eine nahtlose elektronische Datenübertragung im deutschen Gesundheitswesen zu ermöglichen. (Heitmann u. a. 2003)
Arzt- & Klinikverzeichnis
Ein Klinik- und Ärzteverzeichnis ist eine Ressource, um passende medizinische Einrichtungen und Fachärzte zu finden. Dabei gibt es sowohl krankheitsbezogene Verzeichnisse, die spezialisierte Kliniken für bestimmte Erkrankungen auflisten, als auch allgemeine Verzeichnisse, die einen Überblick über Krankenhäuser und Kliniken verschiedenster Fachrichtungen bieten. Solche Verzeichnisse erleichtern die Suche nach qualifizierter medizinischer Versorgung und ermöglichen eine gezielte Auswahl nach Qualitätsstandards, Standort oder Fachgebiet.
| Kategorie | Link |
|---|---|
| Krankheitsbezogene Verzeichnisse | DMSG Kliniken und Praxen |
| DGPR Qualitätsstandard Kliniken | |
| DGPPR Klinikverzeichnis | |
| DRV Reha Kliniken | |
| Müttergenesungswerk Klinikverzeichnis | |
| Allgemeine Verzeichnisse | BetterDoc |
| AOK Krankenhaus in der Nähe | |
| Klinikführer TK | |
| Deutsches Krankenhausverzeichnis | |
| Bundes Klinik Atlas | |
| Klinikradar |
Digitale Transformation
Die Studie “Best Practices in Organizing Digital Transformation: Qualitative Case Study in Dutch Hospital Care” untersucht, wie niederländische Krankenhäuser ihre digitale Transformation organisieren, welche Strategien sie anwenden und welche Hindernisse und Förderfaktoren sie dabei erleben. Durch qualitative Interviews mit Fachkräften aus acht Krankenhäusern wurden zentrale Themen wie Programmstruktur, Organisationskultur, finanzielle und politische Faktoren sowie technische Aspekte und Patientenbedürfnisse identifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz unterschiedlicher Herangehensweisen ähnliche Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bestehen, darunter die Notwendigkeit zentraler Unterstützung, die Förderung digitaler Kompetenzen und eine klare Kommunikationsstrategie. Die Autoren empfehlen, die organisatorischen und verhaltensbezogenen Veränderungen zu priorisieren und die Finanzierungsmodelle anzupassen, um eine nachhaltige digitale Transformation zu gewährleisten. (Schiffelers u. a. 2025)
Digitale Reife
Die Studie „Synthesizing Dimensions of Digital Maturity in Hospitals: Systematic Review“ untersucht die Dimensionen zur Bewertung der digitalen Reife von Krankenhäusern. Durch eine systematische Literaturanalyse wurden 27 Reifegradmodelle aus 29 Artikeln analysiert. Es wurden sieben zentrale Dimensionen identifiziert: Strategie, IT-Fähigkeit, Interoperabilität, Governance und Management, patientenzentrierte Versorgung, Menschen, Fähigkeiten und Verhalten sowie Datenanalyse. Diese Dimensionen umfassen 24 Indikatoren, die zur Bewertung der digitalen Reife und zur Identifikation von Verbesserungsbereichen genutzt werden können. Die Studie betont die Notwendigkeit, alle Dimensionen gleichgewichtet zu berücksichtigen, um eine erfolgreiche digitale Transformation zu gewährleisten. (Duncan u. a. 2022)
Transparenz
Der Artikel „HealthLocator: A Public, Digital Tool for Navigating Quality Care Choices“ wurde am 30. Oktober 2025 in NEJM Catalyst Innovations in Care Delivery (Volume 6, Nummer 12) veröffentlicht. Die Autoren um Subashnie Devkaran und Kollegen vom Mayo Clinic Core Center stellen mit HealthLocator eine frei zugängliche, digitale Plattform vor, die die Uneinheitlichkeit bestehender Krankenhaus-Bewertungssysteme überwinden soll. Die Plattform bewertet über 5.000 US-Krankenhäuser anhand eines einzigen zusammengesetzten Scores aus drei Domänen – Qualitätsoutcomes, Patientenerfahrung und Patientensicherheit – basierend auf öffentlich verfügbaren CMS- und HCAHPS-Daten. Zusätzlich werden ein „reliable excellence“-Indikator für durchgehend hochperformante Kliniken, Hochvolumen-Kennzahlen sowie ein neuartiges, risikoadjustiertes 6-Monats-Überlebensmodell für operative Eingriffe bereitgestellt, das Manipulationsmöglichkeiten durch den Missbrauch von Beobachtungsaufenthalten vermeidet. HealthLocator versteht sich als patientenzentriertes, transparentes Public-Service-Tool, das kontinuierlich weiterentwickelt werden soll und langfristig die Vertrauenswürdigkeit und Qualitätsverbesserung im US-Gesundheitswesen fördern möchte.
Der Artikel „A Bilingual On-Premises AI Agent for Clinical Drafting: Implementation Report of Seamless Electronic Health Records Integration in the Y-KNOT Project“ wurde am 24. November 2025 in JMIR Medical Informatics (Vol 13, e76848) veröffentlicht. Er beschreibt die erfolgreiche Entwicklung und den klinischen Einsatz eines vollständig on-premises laufenden, bilingualen (Koreanisch/Englisch) KI-Agenten basierend auf einem 8-Milliarden-Parameter-LLM (Llama-3-Basis), der nahtlos in das bestehende Elektronische Krankenaktensystem (EHR) des Severance Hospital in Seoul integriert wurde. Im Rahmen des Y-KNOT-Projekts entstand ein System, das automatisch Entlassungsberichte der Notaufnahme und präanästhesiologische Beurteilungen erstellt, strikte koreanische Datensouveränitätsvorgaben einhält, keine externen Cloud-Dienste nutzt und bestehende Arbeitsabläufe der Ärzte nicht stört. Die Implementierung erfolgte innerhalb von nur fünf Monaten bei Gesamtkosten unter 1,5 Millionen US-Dollar und stellt weltweit die erste produktive, vollständig in ein EHR integrierte Lösung dieser Art dar.
Der Artikel „How Digital Diaries Are Changing Communication and Recovery in the Intensive Care Unit and Beyond“ von Jenna Congdon, erschienen am 20. Februar 2026 im Journal of Medical Internet Research, beschreibt die Vorteile digitaler Intensivtagebücher in der Intensivmedizin. Diese sicheren, app-basierten Journale ermöglichen es Pflegekräften und Angehörigen, tägliche Ereignisse, Nachrichten, Fotos und Videos festzuhalten, um Patienten nach schweren Erkrankungen verlorene Zeit zu rekonstruieren. Besonders hervorgehoben wird die App Post-ICU, entwickelt von Jurriaan van Rijswijk und eingesetzt in über 20 Krankenhäusern, vor allem in Europa. Digitale Tagebücher verbessern die Kommunikation zwischen Personal und Familien, reduzieren Unterbrechungen im Klinikalltag, mindern Symptome von Post-Intensive-Care-Syndrom wie Angst, Depression und PTSD bei Patienten und Angehörigen und fördern eine humanzentrierte, trauma-informierte Versorgung auch nach der Entlassung. Trotz Herausforderungen wie Datenschutzbedenken oder Zeitaufwand für das Schreiben überwiegen positive Rückmeldungen von Nutzern.
Der Text beschreibt die AMPEL Platform der Leipzig University Medicine als ein evidenzbasiertes Clinical Decision Support System (CDSS), das seit 2018 entwickelt wird. Ziel ist die Echtzeitanalyse von Patientendaten zur frühzeitigen Erkennung kritischer Zustände und zur Unterstützung medizinischer Entscheidungen. Die Plattform nutzt Algorithmen, um Risiken wie das Refeeding-Syndrom automatisch zu identifizieren und das Klinikpersonal zu alarmieren. Sie ergänzt die ärztliche Diagnose, ersetzt sie jedoch nicht. Perspektivisch wird AMPEL als Open-Source-Infrastruktur bereitgestellt, um Forschung und Patientenversorgung auch an anderen Universitätskliniken zu verbessern.
Die Originalarbeit „Der Einfluss gesetzlicher Dokumentationsanforderungen auf die ärztliche Praxis am Beispiel eines regionalen Schwerpunktkrankenhauses“ untersucht den zeitlichen Aufwand ärztlicher Dokumentationspflichten in einem deutschen Krankenhaus. In einer Echtzeitbeobachtung von neun Ärztinnen und Ärzten aus Innerer Medizin, Chirurgie sowie Anästhesie/Intensivmedizin über insgesamt 216 Stunden zeigte sich, dass durchschnittlich 19,4 % der Arbeitszeit auf Dokumentation entfallen. Internistinnen und Internisten wiesen mit rund 25 % den höchsten Dokumentationsaufwand auf. Die direkte patientennahe Tätigkeit lag dagegen deutlich niedriger. Die Studie beschreibt ein strukturelles Missverhältnis zwischen administrativen Anforderungen und patientenbezogener Versorgung und verweist auf negative Auswirkungen gesetzlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf die klinische Praxis.
Understanding Waiting Lists Pressures erläutert, wie sich Wartelisten im Gesundheitswesen mit Methoden der Warteschlangentheorie systematisch analysieren und steuern lassen. Der Beitrag zeigt, dass Kapazität dauerhaft über der Nachfrage liegen muss, um stabile Wartelisten und kurze Wartezeiten zu gewährleisten, und stellt Kennzahlen wie Auslastung, Ziel-Warteschlangenlänge, Zielkapazität und Waiting List Pressure für das operative Management vor. Darüber hinaus werden mathematische Entscheidungsregeln zur Priorisierung, Kapazitätsplanung und Verteilung von Ressourcen zwischen Wartelisten beschrieben.
Das Webinar: Erste Ergebnisse der dritten Datenerhebung & Ergebnis-Dashboards für Krankenhäuser präsentiert aktuelle Resultate der dritten DigitalRadar-Erhebung (2026) zur digitalen Reife deutscher Krankenhäuser. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Steigerung des DigitalRadar-Scores von 33,3 auf 55,0 Punkte (+65 %) seit 2021 sowie Verbesserungen in allen Dimensionen, insbesondere bei Strukturen, klinischen Prozessen und Informationsaustausch. Gleichzeitig bleiben Unterschiede zwischen Versorgungsstufen und Bundesländern bestehen, während das begleitende Dashboard neue Benchmark- und Vergleichsmöglichkeiten bereitstellt.
Der Kommentar „Rethinking Postdischarge Intervention Evaluation“ von Brigitte Fong Yeong Woo diskutiert die Bewertung von Nachsorgeinterventionen nach Krankenhausentlassungen. Die Autorin argumentiert, dass Besuche in der Notaufnahme ein sensiblerer Indikator für die Qualität der Übergangsversorgung sein können als reine Wiederaufnahmeraten. Zudem wird hervorgehoben, dass telefonische Nachsorge durch Pflegekräfte als niedrigschwellige digitale Gesundheitsmaßnahme Versorgungslücken erkennen, Unsicherheiten reduzieren und gesundheitliche Ungleichheiten besser adressieren kann.
Der Beitrag „Digitalization of hospital institutions“ analysiert den Stand der Digitalisierung von 200 Krankenhäusern in Lateinamerika und der Karibik. Untersucht wurden die Verfügbarkeit von Online-Terminvereinbarungen, digitalen Befundabrufen, Telemedizin-Angeboten sowie weiteren webbasierten Funktionen. Die Ergebnisse zeigen eine vergleichsweise hohe Verbreitung digitaler Basisdienste, während insbesondere Telemedizin und weiterführende digitale Angebote noch deutliches Entwicklungspotenzial aufweisen.
“Hospital Website as an Element of Digital Transformation – Comparative Analysis of 2014, 2018 and 2022” untersucht die Entwicklung der webbasierten Kommunikation öffentlicher Krankenhäuser in Stettin zwischen 2014 und 2022. Die Analyse zeigt deutliche Fortschritte bei Benutzerfreundlichkeit, Informationsangebot und digitalen Kontaktmöglichkeiten, während moderne Funktionen wie elektronische Patientenservices, soziale Medien und transaktionale Online-Dienste weiterhin ausbaufähig sind. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Krankenhaus-Websites eine zentrale Rolle in der digitalen Transformation des Gesundheitswesens spielen, ihr Potenzial jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft wird.
Der Beitrag „Implementation and User Evaluation of an On-Premise Large Language Model in a German University Hospital Setting: Cross-Sectional Survey“ beschreibt die Einführung und Evaluation einer lokal betriebenen Open-Source-LLM-Plattform an der Universitätsmedizin Magdeburg. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Akzeptanz bei Mitarbeitenden aus Verwaltung, Forschung und Gesundheitsversorgung, messbare Zeiteinsparungen sowie unterschiedliche Nutzungsmuster je nach Berufsgruppe. Gleichzeitig werden Grenzen wie Halluzinationen, Infrastrukturkosten und Optimierungspotenziale für den produktiven Einsatz in klinischen Umgebungen aufgezeigt.
Mit dem Titel „Umsetzungshinweise für die elektronische Patientenakte“ beschreibt die Deutsche Krankenhausgesellschaft die organisatorischen, rechtlichen und technischen Anforderungen für die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Krankenhäusern. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen des Opt-out-Verfahrens seit 2025, die Integration der ePA in klinische Primärsysteme sowie Empfehlungen für die Anpassung von Aufnahme-, Behandlungs- und Entlassungsprozessen. Ergänzend werden Umsetzungshilfen, Musterdokumente, Fragenkataloge und Erfahrungsberichte aus Pilotkrankenhäusern kontinuierlich aktualisiert bereitgestellt.
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