Digitales Arbeitsleben
Die Studie “social health@work” der BARMER und der Universität St. Gallen untersucht, wie die Digitalisierung und mobiles Arbeiten die Gesundheit der Beschäftigten beeinflussen. Je höher der digitale Reifegrad eines Unternehmens ist, desto geringer ist das Stressempfinden der Beschäftigten und desto besser ist ihre Arbeitsfähigkeit. Wenn Unternehmen und mobil arbeitende Beschäftigte Spielregeln wie die Trennung von Beruf und Privatleben einhalten, machen flexibles Arbeiten und der digitale Wandel die Mitarbeitenden gesünder und leistungsfähiger. Zudem wirkt sich das Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeitenden in ihrem Team positiv auf deren Gesundheit aus und spielt für die erfolgreiche Gestaltung mobiler Arbeit eine zentrale Rolle. (Christoph Straub 2022)
Der Healthcare-Bereich steht vor tiefgreifenden Veränderungen, die durch Digitalisierung und die damit verbundenen VUCA-Bedingungen (volatile, unsicher, komplex, ambig) angetrieben werden. Diese Bedingungen destabilisieren die bisherigen Strukturen und Routinen. Zusätzlich verstärken globale Pandemien, technologische Fortschritte und die Patientenwünsche die Notwendigkeit eines beschleunigten Paradigmenwechsels. Um Gesundheitsorganisationen zu helfen, neue Bedingungen besser zu verstehen und sich anzupassen, schlagen wird ein IT-gestützter, multiperspektivischer Analyseprozess vorgeschlagen, der ein ganzheitliches Verständnis und Entscheidungsfindung ermöglicht, um maßgeschneiderte Digitalisierungsstrategien abzuleiten. Der Artikel stellt den GOLD-Rahmen und die dazugehörige IT-Tool-Unterstützung vor, um ein ganzheitliches Verständnis zu erlangen, indem geeignete Methoden und Theorien ausgewählt und verknüpft sowie deren korrekte Nutzung geleitet wird. Die Formalisierung der IT-Tool-Unterstützung gewährleistet Konsistenz und bildet die Grundlage für kontinuierliche Verbesserungen. Der Ansatz umfasst den gesamten Prozess von der Erkennung neuer Chancen und Risiken bis hin zur Umsetzung von organisationsspezifischen Strategien zur Transformation. (Steffen u. a. 2023)
Der Artikel „Collaboration between individuals and AI: fusing mental effort and AI for work meaningfulness“ von Mateja Vodiškar und Caroline Ruiner, veröffentlicht am 1. Dezember 2025 in der Zeitschrift AI & SOCIETY, untersucht den Einfluss von KI-Systemen auf die wahrgenommene Sinnhaftigkeit von Arbeit. In einer experimentellen Studie mit 677 Teilnehmern wurde eine Schreibaufgabe mit oder ohne Unterstützung durch einen KI-basierten Textgenerator durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen keinen direkten Effekt der KI-Nutzung auf die Sinnhaftigkeit der Aufgabe, jedoch eine indirekte Wirkung: Der Einsatz von KI verändert den mentalen Aufwand der Beteiligten, der wiederum als mediierende Variable die empfundene Sinnhaftigkeit der Arbeit maßgeblich beeinflusst. Die Studie betont damit, dass die Auswirkungen von KI auf die Sinnhaftigkeit von Arbeit primär über Veränderungen im kognitiven Engagement wirken.
Die Studie „Höhere Produktivität im Homeoffice? Eine Analyse der Vorteile und der Grenzen intensiver Nutzung von Homeoffice auf Basis einer Produktivitätsmessung bei der Techniker Krankenkasse“ untersucht auf Grundlage quantitativer Leistungsdaten und mehrerer Beschäftigtenbefragungen den Zusammenhang zwischen Arbeitsort, Produktivität und Rahmenbedingungen ortsflexibler Arbeit bei der TK. Sie zeigt, dass im Homeoffice im Durchschnitt rund 20 Prozent mehr Kundenanliegen bearbeitet werden als im Büro, zugleich aber Büropräsenz für Kommunikation, Wissensaustausch und Teamzusammenhalt als zentrale produktivitätsrelevante Frühindikatoren eingestuft wird. Auf Gesamtunternehmensebene identifiziert die Studie einen kritischen „Kipp-Punkt“ bei etwa 60 Prozent Homeoffice-Anteil, oberhalb dessen zusätzliche Homeoffice-Zeit nicht mehr zu höherer messbarer Gesamtproduktivität führt und diese teilweise sogar sinkt.
„Workplace telepressure and employee recovery“ von Barber und Santuzzi (2015) untersucht den Einfluss von wahrgenommener Erreichbarkeits- und Antwortdruck in digitalen Kommunikationssystemen auf die Erholung von Beschäftigten. Die Studie zeigt, dass sogenannte Workplace Telepressure mit schlechterem Schlaf, erhöhtem Burnout-Risiko und eingeschränkter Regeneration verbunden ist und damit arbeitsbezogene Stressprozesse verstärken kann.
Das Paper “Telecommuting, control, and boundary management: Correlates of policy use and practice, job control, and work–family effectiveness” von Kossek, Lautsch und Eaton (2006) untersucht, wie sich Telearbeit (Telecommuting), wahrgenommene Kontrolle und Strategien der Grenzgestaltung zwischen Arbeit und Privatleben auf Leistung, Kündigungsabsichten und Wohlbefinden auswirken. Zentral ist die Unterscheidung zwischen formaler Nutzung von Telearbeitsrichtlinien, tatsächlicher Praxis und psychologischer Kontrolle über Arbeitszeit und -ort. Die Studie zeigt, dass insbesondere psychologische Arbeitskontrolle und klare Grenzstrategien wichtiger für das Wohlbefinden sind als reine Telearbeitsnutzung. Formale Nutzung von Telearbeit steht zwar teilweise mit höherer Leistung in Verbindung, der Umfang der Heimarbeit selbst ist jedoch kein stabiler Prädiktor für bessere Work–Family-Ergebnisse.
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