Gesundheitskompetenz
Soziale Medien
Der Artikel „How Do Dieticians on Instagram Teach?“ untersucht die Wirksamkeit von Ernährungsbildung auf Instagram anhand des Kirkpatrick-Modells (KM) und dessen Erweiterung (NWKM). Die Studie zeigt, dass Instagram ein effektives Medium für Gesundheitsbildung sein kann: Nutzer berichten über Zufriedenheit, gesteigertes Wissen, veränderte Einstellungen und sogar Verhaltensänderungen. Während die Ebenen Reaktion (L1) und Lernen (L2) gut nachweisbar sind, lassen sich auch Hinweise auf Verhaltensänderungen (L3) und Ergebnisse (L4) erkennen. Allerdings bleibt die Bewertung praktischer Fähigkeiten begrenzt. Insgesamt eignet sich das KM zur Evaluation von Social-Media-basierter Gesundheitsbildung, insbesondere zur Verbesserung und Anpassung von Inhalten.
„Social Comparison on Social Media and Mental Health: A Scoping Review“ untersucht den Forschungsstand zu sozialen Vergleichen in sozialen Medien und deren Zusammenhang mit psychischer Gesundheit. Die Autorinnen und Autoren werteten 131 quantitative Studien aus und zeigen, dass das Forschungsinteresse seit 2011 deutlich zugenommen hat. Im Mittelpunkt der bisherigen Forschung stehen vor allem Aufwärtsvergleiche (Vergleiche mit vermeintlich erfolgreicheren Personen) sowie deren Zusammenhang mit hedonischem Wohlbefinden. Abwärtsvergleiche und andere Facetten psychischer Gesundheit sind dagegen bislang deutlich weniger untersucht. Die Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass soziale Medien aufgrund der häufig positiven Selbstdarstellung besonders soziale Vergleiche fördern und dass das Forschungsfeld stärker durch Längsschnitt- und Experimentalstudien sowie eine breitere Betrachtung psychischer Gesundheit weiterentwickelt werden sollte.
„Mobile App Use and Pregnancy Health Literacy: Cross-Sectional Study Using Bayesian Network Analysis“ zeigt anhand einer Querschnittsstudie mit 998 schwangeren und früh postpartalen Frauen, dass Schwangerschafts-Apps die Gesundheitskompetenz nicht direkt über Informationsvermittlung steigern. Stattdessen wirken sie über zwei indirekte psychologische Pfade: digitale Nutzung fördert positive Emotionen, die wiederum mit höherer Gesundheitskompetenz und Stressmanagement zusammenhängen, sowie die Stärkung von Unterstützungsnetzwerken, die ebenfalls die Gesundheitskompetenz begünstigen. Nutzerinnen der Pregnancy+-App wiesen dabei höhere Freude, Unterstützungslevel und kritische Gesundheitskompetenz auf als Nutzerinnen anderer Apps oder Nichtnutzerinnen.
Digital citizenship for health: Mapping and evaluation of existing platforms supporting digital, health, and civic literacy among young people untersucht bestehende Plattformen zur Förderung digitaler, gesundheitlicher und zivilgesellschaftlicher Kompetenzen junger Menschen. Die Analyse von 38 Plattformen zeigt, dass zwar Informationsvermittlung im Vordergrund steht, jedoch häufig integrierte Kompetenzentwicklung, Mehrsprachigkeit, Barrierefreiheit und inklusive Gestaltung fehlen. Daraus leitet die Studie Empfehlungen für nutzerzentrierte, vertrauenswürdige und ganzheitliche Plattformen ab, die digitale, gesundheitliche und zivilgesellschaftliche Bildung miteinander verbinden.
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